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Ist Schlagzeug spielen gesund?

Ist Schlagzeug spielen gesund?

Dr. Annemarie Seither-Preisler ist Psychologin und Biologin am Zentrum für Systematische Musikwissenschaft in Graz und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Rhythmus und Musik auf das menschliche Gehirn.

 

Welchen Einfluss hat das Erlernen eines Instruments auf das Gehirn? Ist Schlagzeug spielen gesund für die Entwicklung von Kindern?

 

Es wurden Studien über die Initiative: Jedem Kind ein Instrument, ein kulturelles Bildungsprogramm in Grund- und Förderschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, geführt.

Das von Frau Seither-Preisler in Kooperation mit der Universität Heidelberg geleitete Verbund-Project Amsel (Audio- und Neuroplastizität des musikalischen Lernens) untersucht, ob sich die kognitive Entwicklung von Kindern durch frühes musikalisches Training positiv beeinflussen lässt.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, ob sich aktives Musizieren auch bei kindlichen Entwicklungsauffälligkeiten (Lese-Rechtschreibschwäche, ADHS) günstig auswirkt.
Bei dem Forschungsprojekt soll vor allem untersucht werden wie sich regelmäßiges Musizieren auf das Hörvermögen und auf außermusikalische Fähigkeiten wie Kreativität, Intelligenz, Aufmerksamkeit, Lesen, Rechtschreiben und Rechnen, auswirkt.

 

Ergebnisse:

Das Erlernen eines Musikinstruments verbessert Lese- und Schreibfähigkeit sowie die Konzentration und verringert Hyperaktivität.
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen positive Wirkungen im Bereich der Hörwahrnehmung, der Aufmerksamkeit und der sprachlichen Kompetenz und lassen zudem erkennen, dass Musizieren im Gehirn die Entwicklung auditiver Funktionen beschleunigt.

Mehr Information zur wissenschaftlichen Arbeit:
https://www.jneurosci.org/content/34/33/10937/tab-article-info

Hier ein Vortrag von Annemarie Seither-Preisler auf dem TEDx Event in Graz:

 

Die kanadische Percussionistin Pamela Lynn-Seraphine beschäftigt sich speziell mit der Anwendung von Trommeln in Verbindung mit Mediation, dem sogenannten Rhythmic-Entrainment.

Rituelles Trommeln und rhythmisches Gebet sind in Kulturen auf der ganzen Welt verbreitet und werden in religiösen Zeremonien verwendet, um Trance-Zustände hervorzurufen. Doch seit der Gegenkulturbewegung der 1960er-Jahre scheuten sich Wissenschaftler, die fast mystischen Auswirkungen des musikalischen Rhythmus zu untersuchen.
Das jüngste Interesse an Schlaf-, Meditations- und Hypnoseforschung hat Wissenschaftler dazu veranlasst, sich die Musik und den Rhythmus genauer anzuschauen. Eine kleine, aber wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse legt nahe, dass Musik und andere rhythmische Reize den Geisteszustand auf vorhersehbare Weise verändern und sogar beschädigte Areale des Gehirns heilen können.

 

Was ist Rhythmic Entrainment?

 

– bezieht sich auf die physiologische Synchronisation zwischen dem Trommler und dem Rhythmus, welcher immer wieder wiederholt und erweitert wird.
Rhythmic Entrainment als meditatives Üben basiert auf dem Konzept der Verwendung von rhythmischen Phrasen als Meditationstechnik.
Diese Phrasen werden als rhythmische Mantras verwendet. Es ist das gleiche Konzept wie bei der Verwendung von Mantras in der Meditation – nur werden hier rhythmische Phrasen verwendet.

Durch die wiederholenden Rhythmen wird eine Aktivität der rechten und linken Gehirnhälfte erzeugt, in der sich die Gehirnwellen im Theta Zustand befinden. In diesem besonders entspannten Zustand wird Kreativität sowie die Heilung von psychosozialen, psychologischen und emotionalen Wunden gefördert. Anwendungen finden sich zum Beispiel für:

– Stressabbau
– Dopaminausstoß – Ersatz zb. Für Drogensucht, Depression

Gehirnwellen:
– Delta-Wellen (0.5 – 3.5 Hz): Schlaf
– Theta-Wellen (3.5 – 7.5 Hz): Zugang zum Unterbewusstsein
– Alpha-Wellen (7.5 – 12.5 Hz): Entspannung
– Beta-Wellen (12 – 38 Hz): Volles Bewusstsein
– Gamma-Wellen (38 Hz +): Geistige Höchstleistungen, sind noch wenig erforscht

Mehr Infos: www.neurodrumming.com

Hier ein Vortrag von Pamela Lynn-Seraphine:

Mickey Hart, Schlagzeuger von The Grateful Dead

Mickey Hart, der Schlagzeuger der 1965 in San Francisco gegründeten Psychedelic Rock Band The Grateful Dead hat mit dem Neurologen Adam Gazzaley zusammen ein Projekt gestartet, indem untersucht werden soll wie das Gehirn mit Erinnerung, Aufmerksamkeit und dem Altern umgeht. Gazzaley begeisterte die Menge bei einem Vortrag, indem er ein EEG auf Mickey Hart legte, während er auf einer Trommel spielte. Die Reaktionen im Gehirn wurden dabei in Echtzeit auf riesigen Bildschirmen im Saal dargestellt.
Mickey Hart über das Projekt: „Hier geht es darum, den Rhythmuscode zu entschlüsseln, sozusagen unser Genomprojekt. Wenn wir wissen was Rhythmus wirklich bewirkt, können wir ihn aus gesundheitlichen Gründen kontrollieren und medizinisch für Diagnosezwecke verwenden. Um zum Beispiel wieder eine Verbindung zwischen den Synapsen herstellen zu können, die bei Parkinson oder Alzheimer unterbrochen sind. Ich arbeite seit vielen Jahren auf meinem Gebiet und Adam auch. Es ist ein Handschlag zwischen Wissenschaft und Kunst. Im Leben dreht sich alles um Rhythmus und das Gehirn ist die Rhythmus Zentrale.“

Fitness und Schlagzeug spielen

Clem Burke, der Schlagzeuger der US New Wave Band Blondie, wurde von der Universität für seine Arbeit mit dem Clem Burke Drumming Project ausgezeichnet, das 2008 in Zusammenarbeit mit der University of Gloucestershire und der University of Chichester ins Leben gerufen wurde. Das Projekt basiert auf der Verwendung wissenschaftlicher Methoden, um die Auswirkungen des Schlagzeugspielens auf die körperliche Gesundheit zu untersuchen.

Der Herzfrequenz kletterte bei den Tests zeitweise auf 190 Schläge pro Minute. Musiker, insbesondere Schlagzeuger von Rockbands, sind körperlich stärker beansprucht als Profifußballer, laut der Untersuchung der britischen Universität Gloucestershire und Chichester.
Sportwissenschaftler der TU Chemnitz wenden entsprechende Messungen nun auch in Deutschland an und ergänzen die weltweit einmalige Studie um weitere Forschungsfelder.

Mehr Infos: www.fitforfun.de/sport/weitere-sportarten/musik-und-sport-schlagzeuger-sind-fitter-als-fussballprofis-_aid_8566.html

Es gibt mittlerweile auch viele weitere Studien zu diesem Thema. Schlagzeug zu spielen oder auch das Erlernen eines anderen Instruments fördert sicher die Gesundheit. Wichtig beim Schlagzeugspielen ist jedoch das Verwenden eines Gehörschutzes! Andernfalls kann man damit auf Dauer sein Gehör erheblich schädigen!

 

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